
Ellbogendysplasie (ED) beim Hund
- Jessica Münch

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Ursachen, Symptome und wie man betroffene Hunde sinnvoll unterstützen kann
Die Ellbogendysplasie (ED) gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Hunden, insbesondere bei mittelgroßen und großen Rassen. Viele Hunde zeigen erste Symptome bereits im Junghundealter, andere erst im Laufe der Jahre.
Früh erkannt und gut begleitet, kann ein Hund mit ED dennoch eine gute Lebensqualität behalten.
Was ist Ellbogendysplasie (ED)?
Die Ellbogendysplasie ist ein Sammelbegriff für mehrere Entwicklungsstörungen des Ellbogengelenks. Dabei passen die Gelenkflächen nicht optimal zueinander oder einzelne Strukturen entwickeln sich nicht korrekt.
Zu ED zählen unter anderem:
Fragmentierter Processus coronoideus (FPC)
Isolierter Processus anconaeus (IPA)
Osteochondrosis dissecans (OCD)
Inkongruenz des Ellbogengelenks
Diese Veränderungen führen langfristig zu Schmerzen, Entzündungen und Arthrose.
Welche Hunde sind besonders betroffen?
ED tritt gehäuft auf bei:
großen und schnell wachsenden Rassen (z. B. Labrador, Golden Retriever, Schäferhund, Rottweiler, Berner Sennenhund)
genetischer Veranlagung
falscher oder übermäßiger Belastung im Wachstum
unausgewogener Ernährung im Junghundealter
Oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle.
Typische Symptome der ED
Die Anzeichen können sehr unterschiedlich ausfallen und sind nicht immer sofort eindeutig:
Lahmheit der Vordergliedmaßen (oft beidseitig)
Steifer Gang, besonders nach Ruhephasen
„Einlaufen“ nach dem Aufstehen
Schonhaltung oder Vermeidung bestimmter Bewegungen
geringere Spielfreude
Schmerzen bei Beugung oder Streckung des Ellbogens
Muskelabbau an Schulter oder Vorderbein
Manche Hunde kompensieren lange – wodurch die Erkrankung erst spät erkannt wird.
Diagnose: warum der Tierarzt so wichtig ist
Die Diagnose einer ED erfolgt ausschließlich durch den Tierarzt, meist mithilfe von:
Röntgenaufnahmen
ggf. CT oder MRT
klinischer Untersuchung
Je nach Befund kann eine konservative oder operative Behandlung notwendig sein.
ED ist nicht „heilbar“ – aber gut begleitbar
Auch wenn ED eine chronische Erkrankung ist, bedeutet sie nicht automatisch ein Leben voller Schmerzen. Entscheidend ist ein ganzheitlicher Ansatz:
angepasste Bewegung
gezielte physiotherapeutische Begleitung
Muskelaufbau und Stabilisation
Gewichtsmanagement
angepasste Ernährung
ggf. Ergänzungen zur Gelenkunterstützung (nach individueller Einschätzung)
Die Rolle der Physiotherapie bei ED
Physiotherapie kann eine wertvolle Unterstützung sein – sowohl vor als auch nach einer Operation oder bei konservativer Behandlung.
Ziele der physiotherapeutischen Begleitung:
Schmerzlinderung
Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
Aufbau tragfähiger Muskulatur
Entlastung des betroffenen Gelenks
Förderung eines physiologischen Bewegungsablaufs
Vermeidung von Fehl- und Schonhaltungen
Die Therapie wird immer individuell an den Hund, den Befund und den aktuellen Zustand angepasst.
Alltag mit einem ED-Hund – kleine Dinge, große Wirkung
Schon kleine Anpassungen im Alltag können viel bewirken:
rutschfeste Untergründe
angepasste Spaziergänge statt Überlastung
gezielte Pausen
Vermeidung von wildem Stop-and-Go
regelmäßige, aber kontrollierte Bewegung
Weniger ist oft mehr , Qualität vor Quantität.
Mein Ansatz: individuell & ganzheitlich
In meiner Arbeit begleite ich Hunde mit ED individuell und vorausschauend. Mir ist wichtig, nicht nur das Gelenk zu betrachten, sondern den Hund als Ganzes:
Bewegungsmuster
Muskelketten
Belastung im Alltag
Ernährung & Regeneration
Je nach Bedarf stimme ich mich auch mit Tierärzten oder anderen Fachpersonen ab.
Fazit: ED bedeutet nicht das Ende von Bewegung
Mit der richtigen Begleitung, Geduld und einem angepassten Konzept können Hunde mit Ellbogendysplasie:
aktiv bleiben
Schmerzen reduzieren
langfristig Lebensfreude behalten
Frühes Erkennen und gezielte Unterstützung machen den entscheidenden Unterschied.
📩 Beratung & physiotherapeutische Begleitung
Wenn Ihr Hund von ED betroffen ist oder Sie unsicher sind, ob Symptome darauf hindeuten könnten, können Sie mich gerne kontaktieren.
Physiotherapeutische Begleitung und individuelle Beratung erfolgen auf Anfrage.
Kontakt:
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Terminvereinbarung & Erstberatung auf Anfrage möglich
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