
Hüftdysplasie (HD) beim Hund
- Jessica Münch

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Ursachen, Symptome und wie betroffene Hunde sinnvoll begleitet werden können
Die Hüftdysplasie (HD) zählt zu den bekanntesten orthopädischen Erkrankungen beim Hund. Vor allem größere Rassen sind betroffen, doch auch kleinere Hunde können im Laufe ihres Lebens Symptome entwickeln.
HD ist eine chronische Erkrankung, die früh entstehen kann – aber oft erst später sichtbar wird. Umso wichtiger ist ein ganzheitlicher Blick auf Bewegung, Muskulatur und Alltag.
Was ist Hüftdysplasie (HD)?
Die Hüftdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der Oberschenkelkopf und Hüftpfanne nicht optimal zueinander passen. Dadurch entsteht Instabilität im Gelenk.
Diese Instabilität führt langfristig zu:
vermehrter Abnutzung
Entzündungen
Schmerzen
Arthrose (Coxarthrose)
HD kann ein- oder beidseitig auftreten und verläuft sehr individuell.
Welche Hunde sind besonders betroffen?
Ein erhöhtes Risiko besteht bei:
großen und schnell wachsenden Rassen (z. B. Schäferhund, Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund)
genetischer Veranlagung
falscher Belastung im Wachstum
unausgewogener Ernährung in der Entwicklungsphase
Wichtig: Nicht jeder Hund mit genetischer Veranlagung entwickelt automatisch starke Symptome.
Typische Symptome einer HD
Die Anzeichen können schleichend auftreten und werden daher oft spät erkannt:
Schwierigkeiten beim Aufstehen
steifer Gang, besonders morgens oder nach Ruhe
„Bunny Hopping“ (beide Hinterbeine gleichzeitig)
verminderte Bewegungsfreude
Lahmheit der Hinterhand
Muskelabbau an Hinterbeinen oder Rücken
Schmerzen bei Hüftstreckung
Viele Hunde kompensieren lange – oft über Rücken oder Vorderhand.
Diagnose: Tierärztliche Abklärung ist entscheidend
Die Diagnose erfolgt durch den Tierarzt, meist mithilfe von:
Röntgen (unter Sedierung)
klinischer Untersuchung
ggf. weiteren bildgebenden Verfahren
Je nach Ausprägung kommen konservative oder operative Maßnahmen infrage.
HD ist nicht heilbar – aber sehr gut beeinflussbar
Auch bei HD gilt:
👉 Der Umgang mit der Erkrankung ist entscheidender als der Befund allein.
Ein sinnvoller Ansatz kombiniert:
gezielte Bewegung
physiotherapeutische Begleitung
Muskelaufbau
Gewichtskontrolle
angepasste Alltagsgestaltung
ggf. unterstützende Maßnahmen über Ernährung
Die Rolle der Physiotherapie bei HD
Physiotherapie kann Hunde mit HD in allen Phasen unterstützen, präventiv, begleitend oder nach Operationen.
Ziele der Therapie:
Stabilisierung des Hüftgelenks durch Muskulatur
Verbesserung der Beweglichkeit
Entlastung der Gelenke
Schmerzreduktion
Förderung eines gleichmäßigen Bewegungsbildes
Vorbeugung von Fehlhaltungen und Folgeproblemen
Besonders wichtig ist der gezielte Muskelaufbau der Hinterhand und der rumpfstabilisierenden Muskulatur.
Alltag mit einem HD-Hund – was wirklich hilft
Kleine Anpassungen machen oft einen großen Unterschied:
rutschfeste Böden
kontrollierte, regelmäßige Bewegung
Vermeidung von Sprüngen und abruptem Stoppen
moderate Spaziergänge statt Überforderung
bewusste Pausen zur Regeneration
Nicht „schonen“, sondern sinnvoll bewegen ist der Schlüssel.
Mein Ansatz: individuell statt pauschal
In meiner Arbeit steht der einzelne Hund im Mittelpunkt – nicht nur das Röntgenbild.
Ich betrachte:
Bewegungsabläufe
Muskelspannung und -balance
Alltag und Belastung
Zusammenspiel von Gelenken, Wirbelsäule und Muskulatur
Ziel ist es, dem Hund langfristig Stabilität, Bewegungsfreude und Lebensqualität zu erhalten.
Fazit: HD bedeutet nicht Stillstand
Viele Hunde mit Hüftdysplasie können – mit der richtigen Begleitung –
ein aktives, zufriedenes Leben führen.
Frühe Unterstützung, angepasstes Training und ein ganzheitlicher Blick machen den entscheidenden Unterschied.
📩 Physiotherapeutische Begleitung & Beratung
Wenn Ihr Hund an HD leidet oder Sie Fragen zur Bewegungsunterstützung haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
Meine Leistungen erfolgen aktuell auf Anfrage.




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